Jacó – Licht und Schatten

22.05.-24.05.2018

Jacó lässt sich schwer beschreiben und unsere Zeit hier ebenso. Die Zeit bei unserer ersten Gastgeberin war mehr oder weniger stressig, wir haben Schauergeschichten über Prostitution und Drogenhandel gehört, über Zerwürfnisse mit der Nachbarschaft und das hier sowieso niemandem zu trauen ist und alles was nicht niet- und nagelfest ist geklaut wird. Die Erfahrungen unserer Gastgeberin widersprechen dem, was wir bisher sehen und erfahren durften total. Nix mit Pura Vida. Ich fühle mich unwohl mit all diesen ungefiltert und ungefragt auf mich einprasselnden Informationen. 

Um dem zu entfliehen, ziehen wir oft alleine los. Ich will mir ein eigenes Bild machen. Jacó ist cool und stressig zugleich. Die vielen kleinen Soulfoodläden und Sufshops mit den entsprechenden Leute dazu versprühen eine coole und chillige Atmosphäre, andererseits fehlt mir hier irgendwie die urige Natur und die Herzlichkeit.

24.05.-26.05.2018

Wir wechseln nochmal die Unterkunft, weil wir uns im Surfen ausprobieren wollen. Wir landen auf Empfehlung in Izu´s Place, einem kleinen Hotel/Hostel, welches das einzige koshere Hotel in Costa Rica ist und eine kleines Jüdisches Center hat. Wir sind Exoten hier, und kommen in eine für mich zunächst gefühlt geschlossene Gruppe. Hier sind fast ausschließlich junge Partypeople, die Musik dröhnt, mein Kopf auch. Egal wir wollten ja eigentlich nur Surfen.

Ich krieg irgendwie die Vollkrise. Ich will nach Hause….Ich komme mit meinem Gastgeber darüber ins Gespräch, und er sagt etwas sehr Wichtiges zu mir: “Everything depends on the focus you have! Give Costa Rica a chance!” Wie recht er hat. Das war irgendwie der Beginn eines kleinen Umdenkens, Kurz darauf sitze ich mit einer jungen Israelin zusammen und wir sprechen über das Leben in Israel, über die Armee und den Wunsch vieler junger Menschen dort nach diesen anstrengenden zwei Jahren zu reisen. Am nächsten Tag gehen wir Surfen an einem tollen Strandabschitt. Luca steht seine ersten Wellen und ich auch. Es macht mega Spaß und ich kaufe mir danach gleich einen eigenen Rash Guard. Abends spielen wir im Pool Volleyball, am darauffolgenden Freitag werden wir zum Shabat eingeladen. Am Stand kommen wir mit einer costa-ricanischen Familie in Kontakt, die wunderbar Englisch spricht und den ganzen weiteren Abend mit Luca Fußball spielt. 

All diese Begegnungen hinterlassen positive Erinnerungen an Jacó, auch wenn ich froh bin, dass wir jetzt endlich aus der doch irgendwie stressigen Stadt in den Urwald ziehen. 

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