Manuel Antonio

27.05-31.05.2018

Wir checken mit ein bißchen Wehmut im La Colina aus. Wir haben uns dort wohl gefühlt, weil es recht ruhig gelegen war und das Personal zudem sehr nett. Beim Auschecken erfahre ich, dass wir auch ein Zimmer mit Küche zum gleichen Preis hätten bekommen können. Das hatte ich nicht erwartet, denn die Tafel an der die Zimmerraten vermerkt waren, besagte etwas anders, und ich war nicht bereit 180 $ für ein Zimmer zu bezahlen. Aber in der Regenzeit sei alles Verhandlungssache… Merke: Wer fragt führt! Nun gut, wieder was gelernt und wir trotzdem ziehen weiter ins Selina. Denn so kurzfristig stornieren geht auch nicht mehr. Mehr Hostel als Hotel, aber mit einer sehr schönen Gartenanlage und privatem Apartment für uns kommen wir doch recht schnell an. Ich bin kein wirklicher Hostel-Typ, aber wir finden ein paar nette Leute und für Luca ist es schön, auch mit anderen Menschen in Kontakt zu sein. Reisende mit Kind haben wir aber bisher noch nicht angetroffen. Zumindest keine Alleinreisenden…

Die ersten Tage verbringen wir am Strand und damit die Gegend rund um Manuel Antonio und Quepos zu erkunden. Das Schöne an unserer Unterkunft ist das wir quasi den Nationalpark im Miini-Format bereits vor der Haustür haben. Die Affen, Leguane und Geckos sehen wir eigentlich jeden Tag, wenn wir zum Essen auf unserer Terrasse sitzen.  Wir erkunden die Ortschaft zu Fuß, was nicht sonderlich schwer ist, denn es gibt hier nur eine Straße. Aufpassen muss man wirklich, wenn man das Auto irgendwo parkt – lieber zu Fuß gehen, da man sonst unnötig Geld bezahlt und am Ende keiner die ganze Zeit das Auto bewacht. Egal, zum Glück nix passiert.

Der Nationalpark ist ein Traum. Er ist recht klein und somit auch gut an einem Tag zu erkunden, wenn man sich viel Zeit nimmt. Schon alleine die beiden Strände Playa Espadilla Sur und Playa Manuel Antonio sind sowas von schön und jeden Cent wert. Wir haben einen Großteil des Besuches dort verbracht, das Wasser ist einfach herrlich warm und diese Kulisse genießt man in dieser Form vermutlich kein zweites Mal. Das fühlte sich ein bisschen an wie in Cast Away nur mit etwas mehr Menschen drumherum. Wir sparen uns den Guide und gehen auf eigene Faust durch den Park und müssen uns immer wieder vor den gefräßigen Waschbären in Acht nehmen, die heimlich aus den Rucksäcken das Essen der Besucher mopsen. Aufgrund des am Nachmittag einsetzenden Regens schaffen wir es nicht mehr den Weg zur Punta Cathedral zu gehen. Aber im strömenden Regen im Urwald zu stehen hat trotzdem etwas Magisches, auch wenn sich vielleicht manch einer über den vielen Regen beschweren würde. Aber so ist es nunmal in der Regenzeit: 30 Grad, vormittags Sonne, nachmittags oder abends Regen.

An den anderen Tagen machen wir noch einen Segeltörn, bei dem ich mich mit einem aufdringlichen Crewmitglied auseinandersetzen muss und merke wie wichtig und manchmal schwer zugleich es ist, Grenzen zu setzen. 

Etwas sehr sehr Schönes, das wir die letzten Tage erleben durften, ist so etwas wie Alltag hier in Quepos mitzubekommen. Abends gehen wir zum Fußballplatz. Hier treffen sich die Menschen am Abend, spielen zusammen und genießen die Zeit. Alles wirkt entschleunigt und entspannt – Pura Vida eben. Luca spielt mit den Ticos – egal ob Kind oder Erwachsener –  Fußball und ich schaue zu. Die anfänglichen Ängste schwinden, sobald der erste Ball gekickt wird und dann ist es auch egal, welche Sprache man spricht. Ich glaube, dass ist mit das Schönste am Reisen…dass man mutiger und offener in Bezug auf Menschen und Kulturen werden kann, wenn man das zulässt…

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